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Forschungsmuseum Schöningen am Standort paläon

Dieses Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Das Forschungsmuseum Schöningen steht mit seiner futuristischen Kubatur für die Vergangenheit und die Zukunft. Am Standort des Forschungsmuseums wurde bis 2016 der Schöninger Tagebau betrieben, der über 30 Jahre archäologisch begleitet wurde. Die massiven Erdarbeiten beförderten ungeahnte Funde zu Tage, die diesem Ort internationale Berühmtheit einbrachten. Ein Team aus Botanikern, Paläontologen und Zoologen hat über Jahre die zum Teil winzigen Funde zu einem großen Mosaik unserer Vergangenheit zusammengesetzt. Unter anderem legten die Fundstellen aus den letzten 7500 Jahren in eiszeitliche Schichtenfolgen die Entdeckung der Speere frei, die unsere Betrachtung des früheren Menschen grundlegend revolutioniert haben. 

An der Fundstelle Schöningen 13 ll bieten Überreste aus Zeiten von vor 300.000 Jahren die ältesten vollständig erhaltenen Holzwaffen, die uns auf das menschliche Verhalten zu dieser Zeit schließen lassen. Auch die Tierwelt von vor 300.000 Jahren, die Vegetation des Eiszeitalters sowie die ältesten Menschenreste Niedersachsens sind hier zu entdecken. Zusätzlich zu diversen archäologischen Funden wurden an diesem Ort Ablagerungen aus dem Bildungszeitraum der Braunkohle entdeckt, die aus der Zeit von vor ca. 60 bis 40 Millionen Jahren stammen und wichtige Erkenntnisse über die Auswirkungen des natürlichen Klimawandels einer Warmzeit brachten.

Das Forschungsmuseum Schöningen bietet diesen Funden seit der Neueröffnung am 01.07.2019 auf über 600 m² ein prägendes Ausstellungsgebäude und konserviert dieses kulturelle Erbe von Weltrang.

Gebäude

Bildquelle: Paläon

Aufgabenstellung

Das Forschungsmuseum Schöningen, auf dem Gelände eines ehemaligen Kohle-Tagebaus, kann stellvertretend für die Energiewende in Deutschland gesehen werden. Der Ort an dem bis 2016 Kohle abgebaut und im 6 km entfernten Kraftwerk verstromt wurde, soll jetzt zum Demonstrationsvorhaben für die öffentliche Hand entwickelt werden. Die vollständige Transformation von fossilen auf erneuerbare Energien kann am Beispiel des Paläon gezeigt werden.

Das Forschungsmuseum in Schöningen wird ausschließlich strombasiert versorgt, sodass die Voraussetzungen den Bedarf auf regenerative Quelle umzustellen, gegeben sind. Alle Aggregate im Gebäude zur Beheizung, Kühlung und Belüftung nutzen Strom als Energieträger, wobei die Wärme- und Kältebereitstellung über zwei reversible Wärmepumpen erfolgt.

Zwei Lüftungsanlagen übernehmen die Klimatisierung des Zentralbereichs und des Labors. Zusätzlich hat die Ausstellungsfläche Klimageräte Konditionierung. Die im Museum befindlichen Ausstellungsvitrinen, die sehr hohe Temperatur- und Feuchteanforderungen aufweisen, werden im Augenblick maßgeblich über die Raumluft vorkonditioniert. Dies führt zu einem hohen Energieverbrauch und damit einhergehendem hohen CO2-Ausstoß.

Aufgabe des Projekts ist es, zunächst den Strombedarf durch Optimierung der Anlagentechnik zu senken und anschließend die CO2-Emissionen des Gebäudes durch den Einsatz erneuerbarer Energie zu reduzieren.

Projektziel

Mit dem umgesetzten Versorgungskonzept werden lokalen Emissionen auf einem Gebiet, dass Jahrzehnte durch den konventionellen Abbau von Ressourcen geprägt war, bereits vermieden. Die Nutzung von Netzstrom mit dem Strom-Mix Deutschland verursacht jedoch nach wie vor 474 g CO2/kWh. Mit dem Ausbau erneuerbare Energien am Standort soll eine solare Deckung erreicht werden, um das Projektziel einer 50%ige Reduzierung der CO2-Emissionen für Gebäudebetrieb und Nutzung im Vergleich zum Jahr 2018 zu erreichen. Dies soll durch die Optimierung der vorhandenen Anlagentechnik und die Installation von erneuerbarer Stromerzeugung mittels Kleinwindkraft und Photovoltaik dauerhaft erfolgen.